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TDL Akustik GmbH

Trockenbau · Akustik · Brandschutz

Lübeck

Innenausbau im Trockenbau: Ratgeber für Akustik, Schall-, Brand- und Strahlenschutz

Wer einen Innenausbau im Trockenbau plant, ob Praxis, Ladenlokal oder Büroetage, bekommt selten eine Wand mit nur einer Aufgabe. Dieselbe Ständerwand soll Sprache dämmen und im Brandfall den Flur schützen. Neben dem Röntgenraum muss sie zusätzlich Strahlung abschirmen, und die Decke darüber soll den Nachhall dämpfen. Dieser Trockenbau-Ratgeber zeigt, in welcher Reihenfolge Sie die Anforderungen klären und wo die einzelnen Themen vertieft werden.

Eine Wand, mehrere Schutzziele

Nehmen wir eine Zahnarztpraxis im Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses. Die Wand zwischen Röntgenraum und Empfang braucht eine Abschirmung, die Wand zwischen Behandlungszimmer und Wartebereich soll verhindern, dass im Wartebereich jemand mithört. Grenzen die Praxisräume an einen notwendigen Flur, kann eine Anforderung an den Feuerwiderstand hinzukommen. Und dort klingt jedes Stuhlrücken nach, wenn Boden, Wände und Decke glatt und hart sind.

Die Schutzziele treffen im selben Bauteil aufeinander, oft sogar im selben Detail. Eine Steckdose ist ein Loch in der Beplankung. Für den Schallschutz sitzt sie besser nicht Rücken an Rücken mit der Dose im Nachbarraum. In einer Brandschutzwand ist sie nur so zulässig, wie es der Nachweis des Wandsystems oder der Dose vorsieht, und neben dem Röntgenraum muss die Abschirmung hinter ihr geschlossen bleiben. Wer diese Anforderungen getrennt voneinander plant, öffnet dieselbe Wand später ein zweites Mal.

In welcher Reihenfolge entschieden wird

Bewährt hat sich diese Abfolge:

  1. Am Anfang steht die Nutzung jedes Raums und der angrenzenden Räume. Ob neben dem Besprechungsraum ein Einzelbüro oder ein Röntgenraum liegt, entscheidet über alles Weitere.
  2. Aus der Nutzung ergeben sich die Anforderungen, und jede hat eine eigene Grundlage. Den Feuerwiderstand bestimmen Landesbauordnung und Brandschutzkonzept. DIN 4109-1 regelt den Mindestschallschutz gegenüber fremden Nutzungseinheiten; innerhalb der eigenen Einheit stellt sie keine Anforderungen, dort muss der gewünschte Schallschutz vereinbart werden. Für die Raumakustik ist DIN 18041 die übliche Grundlage, die Abschirmung eines Röntgenraums folgt aus einer Berechnung nach DIN 6812.
  3. Erst dann wird ein Wand- oder Deckensystem gewählt, dessen Nachweise alle Anforderungen zugleich abdecken. Ein Prüfzeugnis gilt für einen bestimmten Aufbau; wer Platten, Profile oder Dämmstoff austauscht, verlässt den Geltungsbereich des Nachweises.
  4. Danach kommen die Anschlüsse an Rohdecke, Fassade und Boden, dazu Fugen, Türen und Revisionsöffnungen. Ein typischer Fehler ist die Trennwand, die an der abgehängten Decke endet, während der Schall im Deckenhohlraum über sie hinwegläuft.
  5. Dann folgen die Einbauten der anderen Gewerke: Durchführungen, Dosen und Revisionsklappen für Elektro, Lüftung und Sanitär sollten feststehen, bevor die Wand auf der zweiten Seite beplankt und damit geschlossen wird.
  6. Am Ende steht die Dokumentation: System, Abschottungen, Abweichungen und Fotos aller Details, die hinter der Beplankung verschwinden. Wer abnimmt oder später umbaut, fragt genau danach.

Die vier Schutzziele entsprechen den Bereichen Akustikbau, Schallschutzausbau, Brandschutzausbau und Strahlenschutzausbau unserer Leistungen im Trockenbau.

Raumakustik nach DIN 18041

Raumakustik betrifft den Raum selbst: Wie lange klingt ein Geräusch nach, und versteht man sich noch, wenn mehrere Personen sprechen? DIN 18041:2016-03 unterscheidet zwei Raumgruppen. In Räumen der Gruppe A, etwa Unterrichts- und Besprechungsräumen, muss Sprache über mittlere und größere Entfernungen verständlich sein; dafür nennt die Norm eine anzustrebende Nachhallzeit. Räume der Gruppe B, zum Beispiel Büros oder Kantinen, werden über das Verhältnis der äquivalenten Schallabsorptionsfläche zum Raumvolumen (A/V) beurteilt. Im Trockenbau ist die Decke meist die größte freie Fläche für Absorber, über die Akustik wird also oft zusammen mit der abgehängten Decke entschieden. Eine erste Abschätzung aus Raumvolumen und Oberflächen rechnet der Beitrag Nachhallzeit berechnen an einem Konferenzraum vor.

Schallschutz zwischen Räumen

Beim Schallschutz geht es um das, was im Nachbarraum ankommt. Maßgeblich ist das bewertete Bau-Schalldämm-Maß R′w, also die Dämmung im eingebauten Zustand einschließlich aller Flanken- und Nebenwege. Der Laborwert Rw beschreibt nur die Wand selbst. Den Unterschied machen die Flankenwege: der durchlaufende Estrich, die Pfosten einer Glasfassade, der Deckenhohlraum über einer Wand, die nur bis zur Rasterdecke reicht. Auch ein hoher Laborwert sagt deshalb wenig über die Wand zwischen zwei Mietern, solange Estrich und Deckenhohlraum unter und über ihr durchlaufen. Ob DIN 4109-1 einen Mindestwert vorgibt oder ein Wert vertraglich festgelegt werden muss, hängt davon ab, ob die Räume zu verschiedenen Nutzungseinheiten gehören. Mehr zum Zusammenspiel von Aufbau und Anschlüssen lesen Sie im Beitrag über den Schallschutz der Trockenbauwand.

Brandschutz im Trockenbau

Im Brandschutz zählt die Zeit, die eine Wand oder Decke dem Feuer standhält. Nach DIN 4102-2 trägt eine Wand mit einer Feuerwiderstandsdauer von mindestens 30 Minuten die Klasse F 30. Nach DIN EN 13501-2 wird eine nichttragende Trennwand mit E für Raumabschluss und I für Wärmedämmung klassifiziert, etwa als EI 30. Welche Klasse erforderlich ist, steht im Brandschutzkonzept oder ergibt sich aus der Landesbauordnung. Die Klasse gilt nur für den geprüften Aufbau mit Plattentyp, Lagenzahl, Dämmung, Ständerachsabstand und Anschlüssen. Kritisch wird es dort, wo nach der Montage noch jemand bohrt, denn für Kabel und Rohre durch die Wand gilt die Leitungsanlagen-Richtlinie, für Lüftungsleitungen die Lüftungsanlagen-Richtlinie mit Brandschutzklappen oder feuerwiderstandsfähigen Leitungen. Typische Fehler von der Steckdose bis zum Deckenanschluss sammelt der Beitrag Brandschutz im Trockenbau.

Strahlenschutz in medizinischen Räumen

In Arzt- und Zahnarztpraxen mit Röntgengerät muss die Wand die Strahlung so weit schwächen, dass Personen im Nachbarraum geschützt sind. Die nötige Abschirmung wird für jede Wandfläche nach DIN 6812:2021-06 berechnet und als Bleigleichwert angegeben. Sie hängt unter anderem vom Gerät, seiner Betriebsbelastung und davon ab, wer sich nebenan aufhält. Im Trockenbau übernehmen bleikaschierte Gipsplatten oder bleifreie Strahlenschutzplatten diese Aufgabe. Die Abschirmung muss lückenlos sein, auch an Plattenstößen, hinter Steckdosen, an Türzargen und an Durchführungen. Vor dem Betrieb prüft ein behördlich bestimmter Sachverständiger den Röntgenraum. Details zu Planung und Ausführung finden Sie im Beitrag Strahlenschutz im Trockenbau.

Ausbau im laufenden Betrieb

Oft läuft der Betrieb rund um die Baufläche weiter. Ein typischer Fall ist der Ladenausbau in einem Einkaufszentrum: Die Nachbargeschäfte haben geöffnet, der neue Laden soll zu einem festen Termin eröffnen. Dann gelten Regeln des Centers, die selten im Leistungsverzeichnis stehen und mit Centermanagement und Haustechnik vor dem ersten Montagetag abgestimmt werden sollten:

Was vor der Ausschreibung geklärt sein sollte

Wir empfehlen, diese Punkte schriftlich festzuhalten, bevor Leistungen ausgeschrieben werden:

Häufige Fragen

Kann eine Trockenbauwand Brandschutz und Schallschutz gleichzeitig erfüllen?

Ja, viele Systeme sind für beides geprüft, etwa doppelt beplankte Metallständerwände mit Mineralwolle. Entscheidend ist, dass ein und derselbe Aufbau durch beide Nachweise abgedeckt ist und die Details beiden Anforderungen genügen. Eine Steckdose oder eine Revisionsklappe muss zur Brandschutzklassifizierung passen und darf zugleich keine Schallbrücke bilden. Kommt eine Strahlenschutzlage hinzu, muss feststehen, dass der Brandschutznachweis auch diesen Aufbau abdeckt.

Wer koordiniert, wenn Brand-, Schall- und Strahlenschutz in einer Wand zusammentreffen?

Die Anforderungen stammen aus verschiedenen Quellen: der Feuerwiderstand aus dem Brandschutzkonzept oder der Landesbauordnung, die Schalldämmung aus DIN 4109-1 oder einer Vereinbarung, der Bleigleichwert aus der Abschirmberechnung. Zusammenführen sollte sie eine Stelle, meist der Architekt oder ein Fachplaner, am besten in einer Liste je Wand. Daraus wird ein Aufbau gewählt, dessen Nachweise alle Werte gemeinsam abdecken. Der Trockenbaubetrieb prüft vor der Bestellung, ob Platten, Dämmung und Anschlüsse dazu passen, und meldet Lücken zurück.

Was gehört in die Ausschreibung, wenn eine Wand mehrere Anforderungen erfüllen soll?

Für jede Wand die Anforderungen mit ihrer Grundlage: Feuerwiderstandsklasse, Schalldämmung als Rw oder R′w, gegebenenfalls Bleigleichwert und raumakustisches Ziel. Dazu kommen der Anschluss an Rohdecke oder Unterdecke, die Lage von Dosen, Durchführungen und Revisionsöffnungen sowie die Nachweise und Fotos, die bei der Übergabe vorliegen sollen. Ein Wandsystem mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ ist nur dann eindeutig beschrieben, wenn feststeht, dass ein Ersatzaufbau alle Nachweise zugleich erfüllen muss.

Normen und Regelwerke

Atrium eines Bürogebäudes mit geschwungenen Akustikelementen
Akustik, Schallschutz und Brandschutz greifen im Innenausbau ineinander.